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  • blechtram 7:54 pm am February 11, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: Etymologie, Gallischer Hahn, Gallus, Homonymie,   

    Küchengespräche: Gallus 

    Frage: Die Frage war, warum das symbolische Wappentier Frankreichs eigentliche der sogenannte gallische Hahn ist.

    Resultat: Als Antwort muss diese Woche ein ziemlich ungefährer und nicht einmal über jeden Zweifel erhabener Screenshot der folgenden WhatsApp-Konversation herhalten. Genaueres dann in den etymologischen Links:

    Gallus

    Das Ganze beruht auf der Homonymie von Gallus als Volksstammbezeichnung (Gallier) und gallus, dem lateinischen Wort für Hahn. Etwas verkürzt in der WhatsApp-Nachricht wurde, dass es zwei etymologische Herleitungen zu letzterem gibt: zusätzlich könnte gallus (sensu Hahn) auch vom proto-indoeuropäischen Verb für rufen abgeleitet sein. Wieder ein schweres Tageswerk vollbracht!

    Quellen:

    Gaule: https://fr.wiktionary.org/wiki/Gaule#%C3%89tymologie

    ‚to be able‘: https://en.wiktionary.org/wiki/gallus#Etymology_1

    ‚rufen‘: https://en.wiktionary.org/wiki/gallus#Etymology_2

     
  • blechtram 10:27 am am January 2, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: Etymologie, , Zicke   

    Küchengespräch: Zicke 

    Frage: Was ist die Etymologie von Zicke?

    Ein typisches Küchengespräch, das ausgehend vom Reizwort Cunt (und der Frage, warum dieses schlimme Schimpfwort kein maskulines Äquivalent hat) zum Schimpfwort Bitch führte, welches man (nur sehr) ungefähr mit Zicke übersetzte, da man es wegen der Derivationen zickig und Zicklein als ‚Mutterziege‘ (nur sehr ungefähr analog zu ‚Mutterhündin‘) rekonstruierte. Darüber, dass Zicke ganz offensichtlich einfach Ziege bedeuten muss, hatte noch niemand von uns bewusst nachgedacht, wir waren baff.

    Resultat:

    Zicke ist, letztlich und lautlich wenig überraschend, gemäß DWDS einfach eine Wortvariante von Ziege, und folgt als Schimpfwort, wenn man nach maskulinen Äquivalenten sucht, derselben Übertragungsregel von tierischem Verhalten wie ein störrischer Esel. Wenn man den Verlaufskurven des DWDS für zickig glauben darf, scheint die adjektivische Verwendung (wir nehmen an, das ist diejenige als Schimpfwort) eine Einrichtung des 20. Jahrhunderts zu sein. Cool? Na.

    Als übliche Ausschussware der Kurzrecherche ist zu verzeichnen: Zickeln bedeutet Junge werfen (von Ziegen) und der Ausdruck Zimtzicke wird manchmal mit der Bedeutung von Zimmt als rotwelsches Wort für Geld erklärt (etwa im Hamburger Abendblatt), was laut DWDS aber unwahrscheinlich ist – plausibler scheint dem DWDS, dass das Gewürz Zimt im späten 19. Jahrhundert vermehrt die Bedeutung von Plunder annahm, da es geschmacklos wird, wenn zu lange gelagert.

     
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