Küchengespräch: Zicke

Frage: Was ist die Etymologie von Zicke?

Ein typisches Küchengespräch, das ausgehend vom Reizwort Cunt (und der Frage, warum dieses schlimme Schimpfwort kein maskulines Äquivalent hat) zum Schimpfwort Bitch führte, welches man (nur sehr) ungefähr mit Zicke übersetzte, da man es wegen der Derivationen zickig und Zicklein als ‚Mutterziege‘ (nur sehr ungefähr analog zu ‚Mutterhündin‘) rekonstruierte. Darüber, dass Zicke ganz offensichtlich einfach Ziege bedeuten muss, hatte noch niemand von uns bewusst nachgedacht, wir waren baff.

Resultat:

Zicke ist, letztlich und lautlich wenig überraschend, gemäß DWDS einfach eine Wortvariante von Ziege, und folgt als Schimpfwort, wenn man nach maskulinen Äquivalenten sucht, derselben Übertragungsregel von tierischem Verhalten wie ein störrischer Esel. Wenn man den Verlaufskurven des DWDS für zickig glauben darf, scheint die adjektivische Verwendung (wir nehmen an, das ist diejenige als Schimpfwort) eine Einrichtung des 20. Jahrhunderts zu sein. Cool? Na.

Als übliche Ausschussware der Kurzrecherche ist zu verzeichnen: Zickeln bedeutet Junge werfen (von Ziegen) und der Ausdruck Zimtzicke wird manchmal mit der Bedeutung von Zimmt als rotwelsches Wort für Geld erklärt (etwa im Hamburger Abendblatt), was laut DWDS aber unwahrscheinlich ist – plausibler scheint dem DWDS, dass das Gewürz Zimt im späten 19. Jahrhundert vermehrt die Bedeutung von Plunder annahm, da es geschmacklos wird, wenn zu lange gelagert.