Toller Ausdruck der Woche: Etwas nachpetern

Quelle: ZVAB

Schreibt Bettine von Arnim in ihrem Buch Die Günderode (1840):

Du weißt, Du sagtest, der [ein Tiroler] hab ein Antlitz und kein Gesicht, ich fragte: was ist das, ein Antlitz? – Du belehrtest mich, das sei noch aus der Form Gottes, nach seinem Ebenbild geschaffen, aber Gesichter, die seien nur so nachgepetert, wo die Natur nicht hat wollen mit dabei sein und die Philister allein sich erzeugen lassen […].

Bettine von Arnim: Die Günderode. Leipzig: Insel 1983 [1840]. S. 267.

Etwas nachpetern: hier eindeutig im Sinne von „etwas nachlässig und minderwertig kopieren oder nachahmen“. Interessanterweise finden sich dafür überhaupt keine Belege, weder in geläufigen Wörterbüchern (Grimm, DWDS, Duden, Adelung), noch bei Lord Google. Eine Ableitung vom Englischen „to peter (out)“ (ausdünnen, auslaufen) ist natürlich denkbar, halte ich aber für unwahrscheinlich.