Toller Ausdruck der Woche: Das Toupet haben, etwas zu tun

Fundort: Vergessen, klingt aber 100% nach Robert Walser

Das Toupet haben, etwas zu tun: im Sinne von Die Frechheit besitzen oder den Nerv haben. Das ist einfach eine direkte Übersetzung der geläufigen idiomatischen Wendung aus dem Französischen, avoir du toupet, weswegen ich mir noch sicherer bin, dass ich das bei Robert Walser herausnotiert habe.

Das ist auch auf Deutsch einfach ein toller Ausdruck. Die Herkunft im Französischen scheint laut dieses Artikels von Cnews darin zu liegen, dass sich gedungene Mörder, genannt Bravi, im franco- und norditalienischen Raum offenbar als Markenzeichen einen dicken Haarschopf über die Stirn wachsen liessen, ein „Toupet“ bzw. „Zuffo“. Die hatten also ganz schön Chuzpe. Hier noch ein Zitat aus dem italienischen Wikipedia-Artikel:

Una caratteristica dei bravi frequentemente riportata nelle gride milanesi contro di loro è quella di tenere i capelli lunghi con un ciuffo („zuffo“) sopra la fronte che veniva fatto ricadere per nascondere il volto e non essere riconoscibili.

Schade, dass sich auch diese Herleitung als blutrünstig erweist, aber das ist ja oft so bei diesen Wendungen. Eher erwartet hatte ich eine französische Hofadelsanekdote von, aus der Epoche, sagen wir, Louis XVI., in der ein Adliger mit einem besonders ‚verwegenem‘ Toupet auftrumpft, dessen Auffälligkeit unterstreicht, dass er sich dessen nicht schämt. Oder etwas in die Richtung.