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  • blechtram 9:03 am am November 14, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: Fermenta cognitionis, Gotthold Ephraim Lessing, Literatur,   

    Toller Ausdruck der Woche: Fermenta cognitionis 

    Fundort: Lessing, Gotthold Ephraim: Hamburgische Dramaturgie. Stuttgart: Reclam 2013. S. 480.

    Endlich mal ein toller Ausdruck mit vollständiger Quellenangabe. Lessing benutzt ihn im 95. Stück seiner Hamburgischen Dramaturgie – und Überraschung, offenbar ist das eine Eigenprägung. Ich habe es jedenfalls nirgends sonst gefunden, für mich klang das sehr nach irgendeinem Lessingvorbild. Wird im Deutschen übersetzt mit „Gärstoffe der Erkenntnis“, was nach Jauchegrube klingt. Lessing wusste schon, was er da tat.

     
  • blechtram 12:43 pm am October 19, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: , Literatur, Novalis   

    Billet trouvé: Novalis 

    Athletik-Prothetik
    Kosmetik
    Novalis:
    Biographie = Kunstwerk
     
  • blechtram 9:57 am am October 7, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: Alkestis, Euripides, Literatur,   

    Momente voller Plunder: Tinder vs. Kinder 

    Euripides: Alkestis. Leipzig: Reclam 1926. S. 44.

    Nichts gegen Frakturschrift, aber Euripides‘ Tragödie Alkestis wird besser, wenn man hier „tinderlos“ statt „kinderlos“ liest.

     
  • blechtram 10:33 am am August 30, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: , Literatur, Weihnachten   

    Billet trouvé: Weihnachtsgedicht 

    I bin voll,
    mein Konto nicht,
    mein kleines
    Weihnachtsgedicht.
     
  • blechtram 4:02 pm am August 28, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: Abitur, Literatur, , Niklaus Meienberg   

    Momente voller Plunder: Meienberg vs. Abitur 

    Meienberg, Niklaus: Stille Tage in Chur [1974]. In: Meienberg, Niklaus: Reportagen aus der Schweiz. Zürich: Ex Libris 1979, 61.

    Ist mir nie aufgefallen, und ich finde es auch kulturanalytisch nicht ganz so schlimm wie Niklaus Meienberg, aber verblüffend ist es allemal, dass dort, wo in Österreich und der Schweiz ‚gereift‘, in Deutschland ‚weggegangen‘ wird.

     
  • blechtram 1:23 pm am July 8, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: Julio Cortázar, Literatur, Marshall McLuhan, , Rayuela   

    Momente voller Plunder: Cortázar vs. McLuhan 

    Kapitel 79

    In Julio Cortázars Roman Rayuela (1963) macht sich der fiktive Autor Morelli in einer der im Text verstreuten poetologischen Reflexionen über ‚den Roman‘ so seine Gedanken (Kapitel 79) und veröffentlicht dabei ein Jahr vor Marshall McLuhan eine Variante der inzwischen bekannten Maxime „The medium is the message“. Die Schrift von McLuhan, der üblicherweise die Erstnennung des Dictums zugeschrieben wird, nämlich Understanding Media, erschien erst 1964. Allerhand! Morelli, bzw. Cortázar, knapp vor McLuhan! Gut, Morelli sagt eher so etwas wie „The messenger is the message“. Ich habe dann noch nachgeschaut, ob die deutsche Übersetzung von Fritz Rudolf Fries, die erst 1981 erschien, sich in irgendeiner vom spanischen Text abweichenden Form an McLuhan orientiert, das scheint aber nicht der Fall zu sein. Spanisch heisst die Stelle durchaus wörtlich: „Una narrativa que no sea pretexto para la transmisión de un ‚mensaje‘ (no hay mensaje, hay mensajeros y eso es el mensaje, así como el amor es el que ama) […]“. Natürlich, jetzt müsste man noch nachschauen, ob und inwiefern Varianten des Ausspruchs schon vorher in der Kulturgeschichte vorkamen, und ich bin mir sicher, dass man da bei so einer üblichen Kette von Joyce, Nietzsche, Fr. Schlegel, Cervantes bis zum guten Homer landen würde. Das kann gern jemand unternehmen. Aber die diesbezügliche Drängung Anfang der 1960er scheint mir hübsch, und dass McLuhan den Spruch dermassen für sich pachten konnte, scheint mir überdenkenswert, ohne dass ich damit unlautere Absichten verfolge.

     
  • blechtram 5:53 pm am May 29, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: Beat-Generation, , James Dean, Literatur, Live Fast Die Young,   

    Momente voller Plunder: Arnim & die Beat-Generation 

    Quelle: Die immer grossartige Zvab.com-Photographie

    Ein weiterer Moment voller Plunder aus der Kulturgeschichte. Heutiges Fundstück: Bettine von Arnim denkt an einem Brief an Karoline von Günderrode [sic] über die Beat-Generation und James Dean nach:

    Da ist’s deutlich, daß der Geist auch nur Frühlingsatem schöpft und daß Jugend nicht in Zeit sich einschränkt, die vergeht, da Lebenslust nicht vergehn kann, weil, wie Natur Frühling aufatmet, wir Lebensbegeisterung aufatmen.– Es ist dumm, was ich hier sag, ist nicht uneingehüllter Geist, der den Wahn vernichtet, aber unter der armseligen Hülle des zwanzigmal wiederholten Vergleichs liegt einer zerschmetternden Antwort Keim auf das, was Du mir schon mehr als einmal gesagt hast: „Recht viel wissen, recht viel lernen, und nur die Jugend nicht überleben. – Recht früh sterben!“

    (Bettine v. Arnim: Die Günderode. Leipzig: Insel 1983 [1840]. S. 413.

    Abb. Deutsches Textarchiv

     
  • blechtram 10:04 am am March 2, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: , Literatur, Nachpetern,   

    Toller Ausdruck der Woche: Etwas nachpetern 

    Quelle: ZVAB

    Schreibt Bettine von Arnim in ihrem Buch Die Günderode (1840):

    Du weißt, Du sagtest, der [ein Tiroler] hab ein Antlitz und kein Gesicht, ich fragte: was ist das, ein Antlitz? – Du belehrtest mich, das sei noch aus der Form Gottes, nach seinem Ebenbild geschaffen, aber Gesichter, die seien nur so nachgepetert, wo die Natur nicht hat wollen mit dabei sein und die Philister allein sich erzeugen lassen […].

    Bettine von Arnim: Die Günderode. Leipzig: Insel 1983 [1840]. S. 267.

    Etwas nachpetern: hier eindeutig im Sinne von „etwas nachlässig und minderwertig kopieren oder nachahmen“. Interessanterweise finden sich dafür überhaupt keine Belege, weder in geläufigen Wörterbüchern (Grimm, DWDS, Duden, Adelung), noch bei Lord Google. Eine Ableitung vom Englischen „to peter (out)“ (ausdünnen, auslaufen) ist natürlich denkbar, halte ich aber für unwahrscheinlich.

     
  • blechtram 9:48 am am February 16, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: , Emojis, Kulturgeschichte, Literatur,   

    Momente voller Plunder: Arnim & Emojis 

    Quelle: Die immer großartige zvab.com-Photographie

    Volume 1 der Momente voller Plunder aus der Kulturgeschichte. Heutiges Fundstück: Bettine von Arnim denkt an einem Brief an Karoline von Günderrode [sic] über die Erfindung der Emojis nach:

    „Im Gartenhäuschen, wo wir vorm Jahr um die Zeit uns zum erstenmal gesehen haben – also ein ganz Jahr sind wir schon gut Freund miteinander???!!! – – – und so könnt ich fortfahren, Zeichen zu machen der Verwunderung, des Stummseins, des Denkens – Seufzens; ja, wenn ich ein Zeichen des Schauderns, der Tränen zu machen wüßte, so könnte ich die Blätter voll der merkwürdigsten Gefühle bezeichnen, denen ich kein Namen zu geben weiß.“

    Bettine v. Arnim: Die Günderode. Leipzig: Insel 1983 [1840]. S. 174.

    Abb: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/arnimb_guenderode01_1840/?hl=Schauderns&p=259

     
  • blechtram 12:39 pm am February 2, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: , Literatur, Literaturkritik   

    Kontiges Objekt der Woche: Literarische Wertung 

    Kontiges Objekt der Woche ist dieser Screenshot auf http://www.zvab.com, Stichwort „Literarische Wertung“:

     

    Screenshot 2018-05-10 15.50.17

     
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