Aktualisierungen Januar, 2020 Kommentarverlauf ein-/ausschalten | Tastaturkürzel

  • blechtram 3:44 pm am January 24, 2020 Permalink | Antworten
    Tags: Sex, Sex im Flugzeug,   

    Vignetten, Vol. 25 

     
  • blechtram 4:31 pm am January 5, 2020 Permalink | Antworten
    Tags: , , , schwarz, Johann Christian Krüger   

    Toller Ausdruck der Woche: Jemandem nicht sagen können, wie schwarz aussieht 

    Fundort: Sonnenfels, Joseph von: Briefe über die wienerische Schaubühne. Brief vom 11. Juny 1768.

    Der Ausdruck bedeutet ungefähr: Etwas nicht erklären oder beschreiben können, das eigentlich ganz offensichtlich und einfach zu sein scheint. Sonnenfels hat das nicht selbst erfunden, seine eigene Quellenangabe führt zu einem einigermassen zeitgenössischen Stück von Johann Christian Krüger (1723–1750), Der blinde Ehemann (genaues Datum unbekannt), in dem ein gewisser Crispin buchstäblich daran scheitert, die Farbe schwarz beschreiben zu können.

    Krüger, Johann Christian: Der blinde Ehemann, erster Aufzug, erster Auftritt.

    Ein recht alltägliches Stück Epistemologie, aber immerhin praktisch für schnoddrig-ärgerliche, unsympathische Abwürgungen von Unterhaltungen: „Ich kann dir halt nicht erklären, wie schwarz aussieht!“

     
  • blechtram 4:20 pm am November 21, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: , ,   

    Arbeitsalltag 

    In der heutigen Ausgabe von „Arbeitsalltag“ sammle ich bekloppte Bewerbungssätze, die ich beim Wiederlesen in meinen Bewerbungen gefunden habe. Warum, ist unklar – „Ob in Liebe oder Zorn“, da muss ich es mit Frank Zander halten.

    Chronologisch von älter bis jünger:

    «Der Einsatz neuester Methoden in hermeneutischen Kontexten ist mir geläufig.»

    «Aus diesem Kontext bin ich mir auch über die Wichtigkeit einer stringenten Aussen- und Markenkommunikation im Klaren.»

    «Das Projekt ist inhaltlicher Natur […].»

    «Ob die Zahl so stimmte, weiss ich nicht.»

    «Der beste Fisch, den ich je gegessen habe, war ein atum de cebolada, Thunfisch an Zwiebeln.»

    «Dies war nur machbar, da mir diese Arbeit Freude bereitet.»

    «Die Universität war dafür lange ein gutes Umfeld […].»

    «Die Stelle entspricht in allen Aspekten optimal dem, was ich suche.»

    «Was einem nicht zufliegt, muss man sich erhinken.»

    «Ich habe Dissertationen, Master-Arbeiten, Finanzierungsanträge, Marketingmaterial und Romane Korrektur gelesen.»

    «Darauf folgte eine [Tätigkeit], mit der ich mein Arsenal an sprachlichen Mitteln und stilistischen Finessen weiter ausbauen konnte.»

    «Hinzu kommen langjährige Erfahrungen in institutionellen Zusammenhängen.»

    «Wichtiger als die konkreten Tätigkeitsfelder scheinen mir aber die gefragten Fähigkeiten, die ich als [Funktion der Stelle] einbringe.»

    «Zum Thema Playlist-Verwaltung und Enthusiasmus: Meine iTunes-Mediathek ist gegenwärtig nach 221 Musikgenres und -subgenres organisiert.»

    «Einerseits habe ich keine jahrelange Berufserfahrung als Werbetexter, andererseits natürlich schon.»

    «Aber da gehen die Vorlieben der Fachrichtungen ja schon weit auseinander.»

    «Ich kenne den Unterschied zwischen grau-blau und graublau […].»

    «die Stelle als [Funktion] bei [Firma] interessiert mich, schon allein, weil ich seit meinem letzten Umzug ebenfalls auf Umzugsfirmen angewiesen bin.»

    «Auf meinem Schreibtisch liegt gerade das Buch Jazz in der Schweiz von Bruno Spoerri.»

    «Aber ich nehme an, dafür gibt es bereits eine stabile Konvention in der Redaktion.»

    «Bücher lesen ist schön, Bücher machen schöner. Das gilt natürlich auch für E-Bücher.»

    «Wie vermittelt man den Sinn von Übungen so, dass diese nicht als Blindflug wahrgenommen werden?»

    «Sowohl dort wie auch an der Universität habe ich auch vor grossen, relativ anonymen Gruppen gesprochen und Inhalte vermittelt.»

    «Gegenwartsliteratur findet glücklicherweise nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.»

     
  • blechtram 7:54 am am November 12, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: Partnersuche,   

    Vignetten, Vol. 15 

     
  • blechtram 11:42 am am October 18, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: Beflegelung,   

    Toller Ausdruck der Woche: Beflegelung 

    Beflegelung, die

    Fundort: in der Studie: Wendler, Anton Wilhelm: Der Wiener Journalismus der Josephinischen Epoche und seine Stellungnahme zu den Problemen der dramatischen Literatur und des Theaters (unter besonderer Berücksichtigung der publizistischen Tätigkeit Johann Friedrich Schinks in Wien). Diss. Wien 1958.

    Eine Beflegelung ist eine wüste Beschimpfung, auch als Verb verfügbar: jemanden beflegeln. Ein Superwort. Ich habe nicht notiert, ob es in Wendlers Studie von ihm selbst oder als Zitat aus josephinischer Zeit vorkam. Die Befunde aus dem DWDS (drei Belege bei Tucholsky) legen aber nahe, dass Wendler das Wort selbst verwendet, weil das Wort im DWDS-Korpus nur fürs frühmittige 20. Jahrhundert, nicht fürs 18., überhaupt belegt ist. Tolles Wort, ab sofort werden Leute wieder beflegelt, nicht beschimpft oder beleidigt.

     
  • blechtram 9:05 am am October 11, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: Augenbrauen,   

    Kontiges Objekt der Woche: Augenbraun 

    Augen braun färben ok, Augen braun formen nein
     
  • blechtram 8:58 am am October 5, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: , Spezialitäten   

    Billet trouvé: Spezialitäten 

    Spezialitäten sind:
    Braten, Knödel und sauerkraut
    Schwarzwälder Kirschtorte
    Schwäbische Brezeln Maultaschen
    Christstollen Berliner und
    vieles mehr
     
  • blechtram 8:48 am am October 3, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: Medizinstudentin,   

    Vignetten, Vol. 10 

     
  • blechtram 8:35 pm am October 2, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: Der Hafen der Unsterblichkeit, , Katachrese,   

    Toller Ausdruck der Woche: Das Gebirg der Schwierigkeiten hinansteigen, um in den Hafen der Unsterblichkeit einzulaufen 

    Fundort: Sonnenfels, Joseph von: Fünftes Stück. Siebentes Schreiben. Wien: den 25. Jäner 1768. In: Briefe über die wienerische Schaubühne. Wien: Kurtzböck 1768. S. 90.

    Diese Unrichtigkeiten des poetischen sowohl als prosaischen Ausdruks werden eigentlich dadurch begangen, daß der Schriftsteller die angefangene Allegorie fahren läßt, und sich unvermerkt in eine andre verlieret; […] wenn er das Gebirg der Schwierigkeiten hinansteigt, um in Hafen der Unsterblichkeit einzulaufen […].

    Klar, Sonnenfels beschreibt hier einen rhetorischen Lapsus, wenn zwei nicht zusammengehörende metaphorische Wendungen verknüpft werden. Das kommt – sowohl als absichtliches Stilmittel wie auch als schlichter Fehler – sehr häufig vor und nennt sich im Jargon Katachrese. Sein Beispiel mit Gebirg und Hafen finde ich aber witzig, weil es sich ja genauso anfühlt, wenn man gerade irgendein Gebirg der Schwierigkeiten hochkraxelt und sich irgendwann fragt: Wofür mache ich das eigentlich? Ist da oben etwa der Hafen der Unsterblichkeit, oder was!? Also, bitte einführen in die Alltagssprache, danke.

     
  • blechtram 9:08 am am September 22, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: Bad Smell Party,   

    Küchengespräche: Bad Smell Party 

    Mitbewohner A. entwickelte neulich das Konzept der Bad Smell Party, in Anlehnung an die bekannte Bad Taste Party. Er hat das laut Eigenaussage schon selbst auf Facebook geteilt, also kann ich das hier ohne Eigencredits nochmal aufrollen: Die Bad Smell Party besteht also aus einer Ansammlung schlechter Gerüche, Mitbewohner A. hat auch einige Parfums dazu entwickelt, ich erinnere mich nur noch an „Chanel N°2“ und „Hugo Bosshog“. Meine Beiträge waren „Fäulnisch Wasser“ und der Slogan: One smell of a party.

    Vielen Dank fürs Lesen.

     
c
Neuen Beitrag erstellen
j
nächster Beitrag/nächster Kommentar
k
vorheriger Beitrag/vorheriger Kommentar
r
Antworten
e
Bearbeiten
o
zeige/verstecke Kommentare
t
Zum Anfang gehen
l
zum Login
h
Zeige/Verberge Hilfe
Shift + ESC
Abbrechen