Aktualisierungen September, 2019 Kommentarverlauf ein-/ausschalten | Tastaturkürzel

  • blechtram 9:08 am am September 22, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: Bad Smell Party,   

    Küchengespräche: Bad Smell Party 

    Mitbewohner A. entwickelte neulich das Konzept der Bad Smell Party, in Anlehnung an die bekannte Bad Taste Party. Er hat das laut Eigenaussage schon selbst auf Facebook geteilt, also kann ich das hier ohne Eigencredits nochmal aufrollen: Die Bad Smell Party besteht also aus einer Ansammlung schlechter Gerüche, Mitbewohner A. hat auch einige Parfums dazu entwickelt, ich erinnere mich nur noch an „Chanel N°2“ und „Hugo Bosshog“. Meine Beiträge waren „Fäulnisch Wasser“ und der Slogan: One smell of a party.

    Vielen Dank fürs Lesen.

     
  • blechtram 3:41 pm am August 8, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: Berlin, , Tierpark   

    Küchengespräch: Tierpark 

    Neulich waren wir zum ersten Mal im Tierpark Berlin. Das ist nicht der bekannte Tiergarten im Westen der Stadt, sondern eine riesige Anlage im Osten, die aus dem Park des Schlosses Friedrichsfelde (gegründet 1685 als Schloss Rosenfelde) entstand. Da der Zoo der Stadt im Westen lag, wurde nach der Teilung 1955 beschlossen, aus diesem Schlosspark einen Tierpark zu machen. Tierpark hier, Zoologischer Garten dort – und der Tierpark nennt sich hochoffiziell selbst Landschaftstiergarten.

    Frage: Daraus erwuchs im Küchengespräch die legitime Frage: Gibt es einen Unterschied zwischen Zoo, Tiergarten und Tierpark?

    Resultat: Die Recherche ist eindeutig: Es gibt keinen begrifflichen oder juristischen Unterschied zwischen Zoo(logischer Garten) und Tierpark. Aber natürlich einige interessante Details.

    Details: Tierpark wurde früher zumindest tendenziell mit kleineren Anlagen assoziiert. Spätestens eine EU-Regelung von 1999, die «Zoo» (z.B. in Abgrenzungen zu Zirkussen) definiert, macht den Unterschied hinfällig, eine Tieranlage jeder Grösse ist ein Zoo, oder eben ein Tierpark, völlig egal. Hier lohnt es sich, einmal die EU-Definition von Zoo im Original nachzulesen:

    Definition

    Im Sinne dieser Richtlinie bezeichnet der Ausdruck «Zoo» dauerhafte Einrichtungen, in denen lebende Exemplare von Wildtierarten zwecks Zurschaustellung während eines Zeitraums von mindestens sieben Tagen im Jahr gehalten werden; ausgenommen hiervon sind Zirkusse, Tierhandlungen und Einrichtungen, die die Mitgliedstaaten von den Anforderungen der Richtlinie ausnehmen, weil sie keine signifikante Anzahl von Tieren oder Arten zur Schau stellen und die Ausnahme die Ziele der Richtlinie nicht gefährdet.

    Quelle oben im Link.

    Ist das nicht hinreissend? Sieben Tage im Jahr! Und: «Ausgenommen sind […] Einrichtungen, die die Mitgliedstaaten von den Anforderungen der Richtlinie ausnehmen». Klar, danach werden diese Anforderungen ausgeführt, aber man lese mal genau hin: In dem Satz ist nicht einmal das Subjekt klar. Und wieso nicht: «die die von den Mitgliedstaaten erlassenen Anforderungen der Richtlinie nicht erfüllen»? Wie dem auch sei.

    Nochmal zum mir (und allen seither befragten Bekannten) vorher völlig unbekannten Tierpark im Osten Berlins: Es ist tatsächlich der flächenmässig grösste Zoo Europas mit 160 Hektar. Zum Vergleich: Der indische Arignar Anna Zoo ist ungefähr 600 Hektar gross. Undankbar ist, den grössten Zoo der Welt eruieren zu wollen, da die Zoo-Definitionen der verfügbaren Internet-Listicles nicht mit der oben gelästerten, aber dankenswert klaren EU-Regelung arbeiten. Der Zoologische Garten im Westen Berlins ist aber übrigens artenreicher als der Tierpark und bezeichnet sich selbst als artenreichsten Zoo der Welt.

    Noch ein Detail: Der Tierpark nennt sich Landschaftstiergarten. Das scheint ein höchst laxer Begriff zu sein, der sich aus zwei Dingen erklärt: Einerseits ist der Park historisch gesehen natürlich ein zum Schloss Friedrichsfelde gehöriger Landschaftsgarten, was einfach bedeutet, dass er als landschaftlich-wild aussehender Park gestaltet wurde, ohne dass das mit Tieren etwas zu tun hätte («Englischer Landschaftsgarten»). Andererseits wird Landschaftstiergarten offenbar inzwischen teilweise für Zoos verwendet, in denen die Gehege eher «natürlich» aussehen. Das scheint noch ein relativ fuzzy term zu sein, geht aber vielleicht langsam Richtung Standardisierung. Zu guter Letzt: Ich mag Zoos nicht besonders, aber die begriffliche Unterscheidung machte mir beim Recherchieren viel Freude.

     
  • blechtram 7:54 pm am February 11, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: , Gallischer Hahn, Gallus, Homonymie,   

    Küchengespräche: Gallus 

    Frage: Die Frage war, warum das symbolische Wappentier Frankreichs eigentliche der sogenannte gallische Hahn ist.

    Resultat: Als Antwort muss diese Woche ein ziemlich ungefährer und nicht einmal über jeden Zweifel erhabener Screenshot der folgenden WhatsApp-Konversation herhalten. Genaueres dann in den etymologischen Links:

    Gallus

    Das Ganze beruht auf der Homonymie von Gallus als Volksstammbezeichnung (Gallier) und gallus, dem lateinischen Wort für Hahn. Etwas verkürzt in der WhatsApp-Nachricht wurde, dass es zwei etymologische Herleitungen zu letzterem gibt: zusätzlich könnte gallus (sensu Hahn) auch vom proto-indoeuropäischen Verb für rufen abgeleitet sein. Wieder ein schweres Tageswerk vollbracht!

    Quellen:

    Gaule: https://fr.wiktionary.org/wiki/Gaule#%C3%89tymologie

    ‚to be able‘: https://en.wiktionary.org/wiki/gallus#Etymology_1

    ‚rufen‘: https://en.wiktionary.org/wiki/gallus#Etymology_2

     
  • blechtram 10:27 am am January 2, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: , , Zicke   

    Küchengespräch: Zicke 

    Frage: Was ist die Etymologie von Zicke?

    Ein typisches Küchengespräch, das ausgehend vom Reizwort Cunt (und der Frage, warum dieses schlimme Schimpfwort kein maskulines Äquivalent hat) zum Schimpfwort Bitch führte, welches man (nur sehr) ungefähr mit Zicke übersetzte, da man es wegen der Derivationen zickig und Zicklein als ‚Mutterziege‘ (nur sehr ungefähr analog zu ‚Mutterhündin‘) rekonstruierte. Darüber, dass Zicke ganz offensichtlich einfach Ziege bedeuten muss, hatte noch niemand von uns bewusst nachgedacht, wir waren baff.

    Resultat:

    Zicke ist, letztlich und lautlich wenig überraschend, gemäß DWDS einfach eine Wortvariante von Ziege, und folgt als Schimpfwort, wenn man nach maskulinen Äquivalenten sucht, derselben Übertragungsregel von tierischem Verhalten wie ein störrischer Esel. Wenn man den Verlaufskurven des DWDS für zickig glauben darf, scheint die adjektivische Verwendung (wir nehmen an, das ist diejenige als Schimpfwort) eine Einrichtung des 20. Jahrhunderts zu sein. Cool? Na.

    Als übliche Ausschussware der Kurzrecherche ist zu verzeichnen: Zickeln bedeutet Junge werfen (von Ziegen) und der Ausdruck Zimtzicke wird manchmal mit der Bedeutung von Zimmt als rotwelsches Wort für Geld erklärt (etwa im Hamburger Abendblatt), was laut DWDS aber unwahrscheinlich ist – plausibler scheint dem DWDS, dass das Gewürz Zimt im späten 19. Jahrhundert vermehrt die Bedeutung von Plunder annahm, da es geschmacklos wird, wenn zu lange gelagert.

     
  • blechtram 10:08 pm am June 25, 2018 Permalink | Antworten
    Tags: Karl Aloys Schenzinger, , Kurt Tucholsky, , Wie Bolle   

    Toller Ausdruck der Woche: Wie Bolle 

    Wie Bolle

    Fundort: Persönliches Gespräch

    Das ist ein wirklich sehr hübscher Ausdruck. Die eher langweiligen Fakten betreffen seine Herkunft: Offenbar stammt der Ausdruck zweifelsfrei aus dem Volkslied „Bolle reiste jüngst zu Pfingsten“, das um die Jahrhundertwende (1900) entstand und in den 1920ern Verbreitung fand und beliebt wurde. In dem Volkslied tritt eine kernige Figur mit dem Spitznamen Bolle auf (berlinisch für Zwiebel, vgl. auch Zibolle), die sich durch keinen Schicksalsschlag kleinkriegen lässt, sondern sich entgegen widrigster Umstände freut. Ein wenig erinnert dieser Bolle an den biblischen Hiob, minus Selbstwahrnehmung. Bolle wird zum Beispiel verprügelt, aber er freut sich – wie Bolle eben.

    Heute hat sich offenbar die Vorstellung durchgesetzt, dass der Ausdruck typischerweise in zwei Wendungen vorkommt, einmal als „sich freuen wie Bolle“, dann auch als „frech/stolz sein wie Bolle“ – beide Male hat er die Funktion einer Intensitätspartikel (wie „sehr“ oder „hammer“). Tatsächlich wird er aber offenbar seit seiner Entstehung nicht nur für Freude, Stolz und Frechheit verwendet, sondern kann für jede Art der Intensivierung verwendet werden. Dies lässt sich im DWDS ausgerechnet mit einem Beispiel aus dem Nazi-Propagandaroman Der Hitlerjunge Quex (1932) belegen: „Die Säge war scharf wie Bolle!“. Die Zielgruppe des Romans war die Hitlerjugend, woraus man immerhin ersehen kann, dass der im Erscheinungsjahr 1932 bereits sechsundvierzigjährige Verfasser Karl Aloys Schenzinger den Ausdruck „wie Bolle“ als hammerderb krasse Jugendsprache empfunden haben muss.

    Eine weitere populäre Variation der Wendung lautet „sich wie Bolle auf den Milchwagen freuen“ – im DWDS etwa für 1925 beim werten Kurt Tucholsky belegt: „Ick amüsier mir wie Bolle uffn Milchwagen und wünsche, es möge nie, nie aufhören“. Dies bezieht sich auf die sogenannten Bolle-Milchwagen der Meierei C. Bolle des Unternehmers Carl Andreas Julius Bolle, die zur gleichen Zeit wie das Entstehen des Volksliedes durch Berlin kurvten. Es handelt sich hier aber offenbar um eine Zusammenlegung der beiden zufällig räumlich und zeitlich kontig auftretenden „Bolle“-Verwendungen. Vor allem der Wikipedia-Artikel weist darauf in untypischer Manier nachgerade aggressiv hin: „Es gibt weder eine Beziehung zum Berliner Großkaufmann Carl Bolle noch zum Brandenburger Frisör Fritze Bollmann.“

    Und, wo wir dabei sind, hier das Highlight aus der Diskussionsabteilung des Wikipedia-Artikels. Offenbar schlug jemand vor, dass „Scotland the Brave“ musikalische Elemente von Bolle enthält:

     == Schottische Nationalhymne in der JBO Version ==
    …da kommt’s raus: die wikipedia-hengste hören alle jbo. das erklärt einiges. (“nicht [[Hilfe:Signatur|signierter]] Beitrag von“ [[Spezial:Beiträge/79.253.52.137|79.253.52.137]] ([[Benutzer Diskussion:79.253.52.137|Diskussion]]) 02:23, 17. Mai 2010 (CEST))

    Daydreamer90 kann diese „beim besten Willen nicht heraushören“ und hält die Tatsache für nicht relevant.
    Dabei ist die schottische Nationalhymne in leicht abgeänderter Version der Hauptbestandteil des Liedes. Es beginnt sogar damit.–[[Benutzer:Miko007|Miko007]] 04:06, 4. Mär. 2008 (CET)
    : Damit keine Missverständnisse auftretet, möchte ich anfügen dass es sich um „Scotland the brave“ handelt, da Schottland ja 3-inofizielle Hymnen sein eigen nennen zu pflegt ;-)–[[Benutzer:Miko007|Miko007]] 04:20, 4. Mär. 2008 (CET)
    Ich hab mir wie gesagt alle 3 angehört, also auch Scottland the brave, und kann des nicht mit einer der vielen Bolle-Versionen identifizieren, die auf meinen CDs sind. –[[Benutzer:Daydreamer90|Daydreamer90]] 21:03, 4. Mär. 2008 (CET)

    Dito, von persönlichem Empfinden bedarf es einer fachlich fundierten Quelle für diesen Vergleich. Ansonsten als TF abzulehnen. Bolle ist ne volkstümliche Melodie, samt entsprechender 5 Ton Klangfolge. Mag sein, daß Ähnliches auch in Schottland komponiert wurde, Identität ist zumindest bis jetzt aber nicht nachgewiesen.[[Benutzer:-OS-|Oliver S.Y.]] 23:27, 4. Mär. 2008 (CET)
    :Also wenn das Intro von [http://de.youtube.com/watch?v=dE_YRZ2CDj8 diesem] Lied nicht mit [http://de.youtube.com/watch?v=LvQvw3e3JEY diesem] übereinstimmt, dann stimmt auch irgendwas mit euren Gehörgängen nicht. Dazu bedarf es keiner Fachkundigen Quelle, das hört ein blinder mit Krückstock heraus.–[[Benutzer:Miko007|Miko007]] 02:48, 5. Mär. 2008 (CET)

    OK, kürzen wir ab. JBO singt nicht das Lied, um das es hier geht, sondern hat etwas eigenes aus den beiden Melodien und einem neuen Text geschaffen. Kann nur am Liedanfang paar Töne der schottischen Melodie hören, die aber offensichtlich nicht ins komplette Lied integriert wurde. Denke, somit muß der Hinweis auf die Gruppe entfernt werden, da die Bedeutung der Gruppe für die Liedgeschichte nicht ausreicht.[[Benutzer:-OS-|Oliver S.Y.]] 06:29, 5. Mär. 2008 (CET)

     

     
  • blechtram 11:18 am am May 28, 2018 Permalink | Antworten
    Tags: Anke, , Lachsforelle   

    Küchengespräch: Lachsforelle 

    Frage:

    Ist eine Lachsforelle eine lachsige Forelle oder ein forelliger Lachs?

    Vgl: Toller Ausdruck der Woche, 22. April 2018

                Eine Forelle, oder? Die Lachsforelle heisst verblüffenderweise auch Anke. Enttäuschung machte sich breit, als wir erfuhren, dass es sich bei der Lachsforelle nicht einmal um eine eigene Art handelt, sondern um eine Bezeichnung, die gleich für zwei verschiedene Forellenarten zur Anwendungen kommen kann, deren Fleisch durch eine bestimmte, karotinoid-haltige Nahrung Lachsfarbe annimmt. Gemeint sind die schnöde Regenbogenforelle und die immerhin etwas apartere Meerforelle.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Lachsforelle

    Resultat:

    Gelernt haben wir eigentlich nur, dass Forellen zur Gruppe der Lachsfische gehören, aber das wissen bestimmt alle anderen schon. Weitere Chancen der Wissensanwendungen bestehen darin, hinkünftig konsequent Anke statt Lachsforelle zu benutzen. Beispiele:

    „Nehmt ihr auch die Anke? Die Anke soll hier besonders gut sein.“

    „Oh, die Anke sieht heute aber lecker aus.“

    „Ist die Anke eigentlich eine lachsige Forelle oder ein forelliger Lachs?“

     
  • blechtram 8:09 pm am May 7, 2018 Permalink | Antworten
    Tags: , Wittgenstein   

    Küchengespräch: Wittgenstein 

    Frage:

    Gibt es von Wittgenstein tatsächlich ein Werk mit dem Titel Philosophische Unterstreichungen, wie in der Studie Vorsatz als Aneignung der unrechtskonstituierenden Merkmale behauptet wird?

    IMG_2178

    Frage-Quelle: Schroth, Ulrich: Vorsatz als Aneignung der unrechtskonstiuierenden Merkmale. Frankfurt/M.: Peter Lang 1994 (Criminalia 1).

    Antwort:

    Nein, natürlich nicht, aber wir waren so verblüfft, dass wir das nachgeschaut haben. Resultat: Der falsche Titel passt eigentlich viel besser.

    9988

    Antwort-Quelle: http://www.suhrkamp.de/werkausgabe/werkausgabe_broschur_120.html

     
c
Neuen Beitrag erstellen
j
nächster Beitrag/nächster Kommentar
k
vorheriger Beitrag/vorheriger Kommentar
r
Antworten
e
Bearbeiten
o
zeige/verstecke Kommentare
t
Zum Anfang gehen
l
zum Login
h
Zeige/Verberge Hilfe
Shift + ESC
Abbrechen