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  • blechtram 11:53 am am November 25, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: , Politik   

    Billet trouvé, Vol. 15 

     
  • blechtram 4:20 pm am November 21, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: , ,   

    Arbeitsalltag 

    In der heutigen Ausgabe von „Arbeitsalltag“ sammle ich bekloppte Bewerbungssätze, die ich beim Wiederlesen in meinen Bewerbungen gefunden habe. Warum, ist unklar – „Ob in Liebe oder Zorn“, da muss ich es mit Frank Zander halten.

    Chronologisch von älter bis jünger:

    «Der Einsatz neuester Methoden in hermeneutischen Kontexten ist mir geläufig.»

    «Aus diesem Kontext bin ich mir auch über die Wichtigkeit einer stringenten Aussen- und Markenkommunikation im Klaren.»

    «Das Projekt ist inhaltlicher Natur […].»

    «Ob die Zahl so stimmte, weiss ich nicht.»

    «Der beste Fisch, den ich je gegessen habe, war ein atum de cebolada, Thunfisch an Zwiebeln.»

    «Dies war nur machbar, da mir diese Arbeit Freude bereitet.»

    «Die Universität war dafür lange ein gutes Umfeld […].»

    «Die Stelle entspricht in allen Aspekten optimal dem, was ich suche.»

    «Was einem nicht zufliegt, muss man sich erhinken.»

    «Ich habe Dissertationen, Master-Arbeiten, Finanzierungsanträge, Marketingmaterial und Romane Korrektur gelesen.»

    «Darauf folgte eine [Tätigkeit], mit der ich mein Arsenal an sprachlichen Mitteln und stilistischen Finessen weiter ausbauen konnte.»

    «Hinzu kommen langjährige Erfahrungen in institutionellen Zusammenhängen.»

    «Wichtiger als die konkreten Tätigkeitsfelder scheinen mir aber die gefragten Fähigkeiten, die ich als [Funktion der Stelle] einbringe.»

    «Zum Thema Playlist-Verwaltung und Enthusiasmus: Meine iTunes-Mediathek ist gegenwärtig nach 221 Musikgenres und -subgenres organisiert.»

    «Einerseits habe ich keine jahrelange Berufserfahrung als Werbetexter, andererseits natürlich schon.»

    «Aber da gehen die Vorlieben der Fachrichtungen ja schon weit auseinander.»

    «Ich kenne den Unterschied zwischen grau-blau und graublau […].»

    «die Stelle als [Funktion] bei [Firma] interessiert mich, schon allein, weil ich seit meinem letzten Umzug ebenfalls auf Umzugsfirmen angewiesen bin.»

    «Auf meinem Schreibtisch liegt gerade das Buch Jazz in der Schweiz von Bruno Spoerri.»

    «Aber ich nehme an, dafür gibt es bereits eine stabile Konvention in der Redaktion.»

    «Bücher lesen ist schön, Bücher machen schöner. Das gilt natürlich auch für E-Bücher.»

    «Wie vermittelt man den Sinn von Übungen so, dass diese nicht als Blindflug wahrgenommen werden?»

    «Sowohl dort wie auch an der Universität habe ich auch vor grossen, relativ anonymen Gruppen gesprochen und Inhalte vermittelt.»

    «Gegenwartsliteratur findet glücklicherweise nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.»

     
  • blechtram 3:41 pm am August 8, 2019 Permalink | Antworten
    Tags: Berlin, , Tierpark   

    Küchengespräch: Tierpark 

    Neulich waren wir zum ersten Mal im Tierpark Berlin. Das ist nicht der bekannte Tiergarten im Westen der Stadt, sondern eine riesige Anlage im Osten, die aus dem Park des Schlosses Friedrichsfelde (gegründet 1685 als Schloss Rosenfelde) entstand. Da der Zoo der Stadt im Westen lag, wurde nach der Teilung 1955 beschlossen, aus diesem Schlosspark einen Tierpark zu machen. Tierpark hier, Zoologischer Garten dort – und der Tierpark nennt sich hochoffiziell selbst Landschaftstiergarten.

    Frage: Daraus erwuchs im Küchengespräch die legitime Frage: Gibt es einen Unterschied zwischen Zoo, Tiergarten und Tierpark?

    Resultat: Die Recherche ist eindeutig: Es gibt keinen begrifflichen oder juristischen Unterschied zwischen Zoo(logischer Garten) und Tierpark. Aber natürlich einige interessante Details.

    Details: Tierpark wurde früher zumindest tendenziell mit kleineren Anlagen assoziiert. Spätestens eine EU-Regelung von 1999, die «Zoo» (z.B. in Abgrenzungen zu Zirkussen) definiert, macht den Unterschied hinfällig, eine Tieranlage jeder Grösse ist ein Zoo, oder eben ein Tierpark, völlig egal. Hier lohnt es sich, einmal die EU-Definition von Zoo im Original nachzulesen:

    Definition

    Im Sinne dieser Richtlinie bezeichnet der Ausdruck «Zoo» dauerhafte Einrichtungen, in denen lebende Exemplare von Wildtierarten zwecks Zurschaustellung während eines Zeitraums von mindestens sieben Tagen im Jahr gehalten werden; ausgenommen hiervon sind Zirkusse, Tierhandlungen und Einrichtungen, die die Mitgliedstaaten von den Anforderungen der Richtlinie ausnehmen, weil sie keine signifikante Anzahl von Tieren oder Arten zur Schau stellen und die Ausnahme die Ziele der Richtlinie nicht gefährdet.

    Quelle oben im Link.

    Ist das nicht hinreissend? Sieben Tage im Jahr! Und: «Ausgenommen sind […] Einrichtungen, die die Mitgliedstaaten von den Anforderungen der Richtlinie ausnehmen». Klar, danach werden diese Anforderungen ausgeführt, aber man lese mal genau hin: In dem Satz ist nicht einmal das Subjekt klar. Und wieso nicht: «die die von den Mitgliedstaaten erlassenen Anforderungen der Richtlinie nicht erfüllen»? Wie dem auch sei.

    Nochmal zum mir (und allen seither befragten Bekannten) vorher völlig unbekannten Tierpark im Osten Berlins: Es ist tatsächlich der flächenmässig grösste Zoo Europas mit 160 Hektar. Zum Vergleich: Der indische Arignar Anna Zoo ist ungefähr 600 Hektar gross. Undankbar ist, den grössten Zoo der Welt eruieren zu wollen, da die Zoo-Definitionen der verfügbaren Internet-Listicles nicht mit der oben gelästerten, aber dankenswert klaren EU-Regelung arbeiten. Der Zoologische Garten im Westen Berlins ist aber übrigens artenreicher als der Tierpark und bezeichnet sich selbst als artenreichsten Zoo der Welt.

    Noch ein Detail: Der Tierpark nennt sich Landschaftstiergarten. Das scheint ein höchst laxer Begriff zu sein, der sich aus zwei Dingen erklärt: Einerseits ist der Park historisch gesehen natürlich ein zum Schloss Friedrichsfelde gehöriger Landschaftsgarten, was einfach bedeutet, dass er als landschaftlich-wild aussehender Park gestaltet wurde, ohne dass das mit Tieren etwas zu tun hätte («Englischer Landschaftsgarten»). Andererseits wird Landschaftstiergarten offenbar inzwischen teilweise für Zoos verwendet, in denen die Gehege eher «natürlich» aussehen. Das scheint noch ein relativ fuzzy term zu sein, geht aber vielleicht langsam Richtung Standardisierung. Zu guter Letzt: Ich mag Zoos nicht besonders, aber die begriffliche Unterscheidung machte mir beim Recherchieren viel Freude.

     
  • blechtram 8:09 pm am May 7, 2018 Permalink | Antworten
    Tags: , Wittgenstein   

    Küchengespräch: Wittgenstein 

    Frage:

    Gibt es von Wittgenstein tatsächlich ein Werk mit dem Titel Philosophische Unterstreichungen, wie in der Studie Vorsatz als Aneignung der unrechtskonstituierenden Merkmale behauptet wird?

    IMG_2178

    Frage-Quelle: Schroth, Ulrich: Vorsatz als Aneignung der unrechtskonstiuierenden Merkmale. Frankfurt/M.: Peter Lang 1994 (Criminalia 1).

    Antwort:

    Nein, natürlich nicht, aber wir waren so verblüfft, dass wir das nachgeschaut haben. Resultat: Der falsche Titel passt eigentlich viel besser.

    9988

    Antwort-Quelle: http://www.suhrkamp.de/werkausgabe/werkausgabe_broschur_120.html

     
  • blechtram 4:52 pm am March 25, 2018 Permalink | Antworten
    Tags: Aussortiert, Helmut Krausser,   

    Krausser: Aussortiert 

    Sehr geehrte Frau O.* (Name geändert)

    […] Vor einigen Jahren publizierte Herr Krausser unter dem Pseudonym Titus Keller den Kriminalroman „Aussortiert“. Dieser Roman wurde nun ja vor einiger Zeit vom Dumont-Verlag noch einmal aufgelegt. Meine Frage ist einfach: Aus welchen Gründen wurde der Roman noch einmal unter Herrn Kraussers wirklichem Namen publiziert?

    Lieber Herr Lambrecht,

    das hatten wir – gemeinsam mit dem Autor – entschieden, um dem Buch mehr Aufmerksamkeit zu ermöglichen.

    Mit freundlichen Grüßen,

     
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